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Vor weit mehr als einem Jahrhundert wurde mit dem preußischen Wassergesetz vom 1. April 1905 der Bau des westlichen Teilstücks des Mittellandkanals  zwischen Bergeshövede und Hannover (damals Ems-Weser-Kanal) sowie der Bau von Eder- und Diemeltalsperre beschlossen.

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts gab es erste Überlegungen zur Herstellung von Verbindungskanälen zwischen norddeutschen Flüssen und es wurden in geringem Maß auch künstliche Wasserstraßen erstellt. Großen Anteil am Zustandekommen des neuen Gesetzes und am Bau hatte schließlich Leo Sympher, dessen Name während der politischen Vorbereitung des Mittellandkanales (damals Rhein-Elbe-Kanal) häufig auf Seiten der Preußischen Bauverwaltung auftauchte.

Heute zweigt der Mittellandkanal bei Bergeshövede in der Nähe von Rheine aus dem Dortmund-Ems-Kanal ab und endet nach rund 325 Kilometer Länge östlich der Elbe bei Magdeburg. Er verbindet als zentraler Teil der einzigen West-Ost-Wasserstraße Norddeutschlands die Stromgebiete des Rheins, der Ems, der Weser und der Elbe und stellt darüber hinaus die Verbindung nach Berlin und zu den osteuropäischen Wasserstraßen her. Neben den vom Mittellandkanal direkt berührten Industriegebieten Ibbenbüren, Minden, Hannover, Braunschweig und Magdeburg binden Stichkanäle nach Osnabrück, Hannover-Linden, Hannover-Misburg, Hildesheim und Salzgitter weitere wichtige Industrie- und Gewerbegebiete an den MLK an.

Mit dem Bau des Mittellandkanales bis Hannover, seiner Stichkanäle nach Osnabrück und Linden und des Anschlusses an die Weser wurde im Jahre 1906 begonnen. Während des Ersten Weltkriegs wurde die 102 Kilometer lange Strecke bis Minden bereits 1915, die weitere 55 Kilometer lange Strecke bis Hannover 1916 dem Verkehr übergeben. Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden die Arbeiten zum Weiterbau des Kanales  ostwärts von Hannover vorangetrieben. 1928 wurde Peine und 1932 Braunschweig erreicht. Mit dem Erreichen der Elbe und der Fertigstellung des Schiffshebewerkes Rothensee bei Magdeburg im Jahre 1938 war schließlich die Idee der Wasserstraßenverbindung vom Rhein zur Elbe Wirklichkeit geworden.

Die bereits begonnene Brücke des Mittellandkanales über die Elbe sowie das Doppelschiffshebewerk Hohenwarthe als Abstiegsbauwerk zum Elbe-Havel-Kanal konnten erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands als Teil des Wasserstraßenkreuzes Magdeburg neu errichtet werden.

Beim Bau erhielt der Kanal einen muldenförmigen Querschnitt mit Wassertiefen von drei bis 3,5 Meter und Wasserspiegelbreiten zwischen 31 Meter und 39 Meter. Damit konnte er von 1000-Tonnen-Schiffen von neun Meter Breite und zwei Meter Tiefgang befahren werden. In den 50er- und 60er-Jahren reichten diese Werte für die größer gewordenen Schiffe nicht mehr aus. Daher wurde ab 1965 in den alten Bundesländern der Kanalquerschnitt auf eine Wassertiefe von 4 Meter und Wasserspiegelbreiten von 42 bis 55 Meter vergrößert. Die Ausbauarbeiten sind heute zwischen Bergeshövede und der Schleuse Sülfeld bei Wolfsburg abgeschlossen.

Als Projekt Nummer 17 wurde im Frühjahr 1991 der Ausbau der Wasserstraßenverbindung zwischen Hannover und Berlin in die Verkehrsprojekte “Deutsche Einheit” aufgenommen. So werden auch heute noch in der 80 Kilometer langen Osthaltung des Mittellandkanales zwischen Sülfeld und Rothensee umfangreiche Arbeiten zum Streckenausbau und zum Neubau der Kreuzungsbauwerke ausgeführt.

Heute werden auf dem Verkehrsweg der Binnenschifffahrt rund 23 Millionen Tonnen Güter pro Jahr umweltfreundlich, energiesparend, sicher und zuverlässig transportiert. Minden hat sich dabei in der Zwischenzeit mit seinem Hafen als Güterumschlagplatz etabliert.

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Im Jahr 1905 wurde mit dem Bau des Mittellandkanales begonnen

Im Jahr 1905 wurde mit dem Bau des Mittellandkanales begonnen. Hier entsteht eines der Sperrtore.

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Aktualisiert: 29/01/12
 

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